Deutsche GIS Anwender Blog

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Wir erstellen oft Karten, bei denen ein 2. Koordinatensystem am Kartenrand angegeben wird. Das Hauptkoordinatensystem ist z.B. Gauss-Krüger-Bessel und das 2. Koordinatensystem ist ETRS89. Gebraucht wird das oft im Bergbau, da die Risswerke noch nicht auf das Lagesystem ETRS89 umgestellt sind.

ArcMap transformiert Daten mit unterschiedlichen Koordinatensystemen im Datenrahmen mit der On-The-Fly-Transformation korrekt, wenn die richtige Transformation eingestellt ist. Bei den Koordinatengittern in der Layoutansicht erfolgt dies jedoch nicht, auch wenn diesen Gittern das jeweilige Lagesystem explizit zugewiesen wurde. Nur das Koordinatengitter auf das der Datenrahmen aktuell eingestellt ist, ist korrekt. Das 2. Koordinatengitter ist in der Lage verschoben. Der Fehler fällt nicht sofort auf, da die Lageverschiebung oft nur 100 bis 200 m beträgt.

Der Fehler ist bei Esri seit mindestens 2003 bekannt. Siehe hierzu

          http://support.esri.com/en/knowledgebase/techarticles/detail/24711

Abhilfe schaffen kann man derzeit nur durch folgende Methoden, die aber ihre Tücken oder Nachteile haben:

1.Methode

  1. In ArcMap den Datenrahmen auf ETRS einstellen und auf die richtige On-The-Fly-Transformation zwischen GK und ETRS achten.

  2. In der Layoutansicht das Koordinatengitter für das ETRS-Lagesystem erstellen.

  3. Das im vorherigen Schritt erstellte Koordinatengitter in eine Grafik konvertieren.  Das ETRS-Gitternetz wird dabei automatisch deaktiviert.

  4. Jetzt den Datenrahmen auf GK einstellen.

  5. In der Layoutansicht das Koordinatengitter für das GK-Lagesystem erstellen und fertig.

Hier wurde ETRS beispielhaft als 2. Koordinatensystem und Gauss-Krüger (GK) als Hauptkoordinatensystem verwendet. Prinzipiell lässt sich das auch mit anderen Lagesystemen machen. Der Vorteil dieser Methode liegt in der gewohnten Beschriftung des Koordinatengitters. Die große Tücke liegt in der „Starrheit“ des ETRS-Koordinatengitters. Dieses ist nicht mehr dynamisch, es ändert sich nicht mehr. Jede nachträgliche Änderung von Maßstab und/oder Ausschnitt im Layout wird nicht berücksichtigt und führt wieder zu einem falschen ETRS-Koordinatengitter. Man muss da also sehr gewissenhaft arbeiten.

2. Methode

Eine zweite Methode ist die Erstellung einer Linienfeatureklasse im gewünschten 2. Lagesystem. Dies kann mit dem Tool "Netz erstellen" erfolgen. Diese Linien-FC kann im Datenrahmen mit einer Beschriftung des Hoch- bzw. Rechtswertes dargestellt werden. Beide Werte lassen sich mit einer Geometrieberechnung ermitteln und müssen der Attributtabelle vorher hinzugefügt werden. Der Vorteil dieser Methode ist das Funktionieren der On-The-Fly-Transformation im Datenrahmen. Man muss hier keine Angst haben, dass das 2. Gitter nicht passt, weil der Ausschnitt oder der Maßstab geändert wurde. Der Nachteil ist, das der Blattspiegel von dünnen Linien durchzogen wird, die am inneren Rand des Blattspiegels mit den Koordinaten beschriftet sind. Gitternetzkreuze sind hier nicht möglich.

Fazit: Die On-The-Fly-Transformation funktioniert nur im Datenrahmen und nicht bei den Koordinatengittern.

Ich hoffe, Esri schafft hier bald Abhilfe. Der Fehler ist tückisch. Der Support weiß Bescheid.

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