<\/A>Abbildung 13 - GLTN Diagram Tools (GLTN, 2012a)<\/P>Der Abschnitt Land Tool Development der oben genannten Website bietet zwei Links an, nämlich Themes, in denen die Tools eingebettet sind, und Cross Cutting Issues (GLTN, 2012a).<\/P>
2.1.6. Social Tenure Domain Model (STDM)<\/P>
Wo wenig Landinformationen vorhanden sind, gibt es wenig oder kein Landmanagement. Konventionelle Land Administration Systems basieren auf dem ‚parcel approach‘ wie er in der entwickelten Welt angewandt und in den Kolonialzeiten in Entwicklungsländern implementiert wurde. Ein flexibleres System wird benötigt, um die verschiedenen Arten von Land tenure in informellen Siedlungen oder in customary Gebieten zu identifizieren (Lemmen, 2010).<\/P>
Traditionelle Landvermessungen sind kostspielig und zeitaufwendig. Aus diesem Grund werden Alternativen benötigt; z.B. Grenzvermessungen basierend auf Handheld GPS-Beobachtungen oder durch das Zeichnen von Grenzen auf Satellitenbildern. Dies bedeutet natürlich eine andere Genauigkeit der Koordinaten. Vermessungsingenieure verstehen dies und werden benötigt, um Qualitätslabels bereitzustellen und die Qualität der Koordinaten zu einem späteren Zeitpunkt zu verbessern (Lemmen, 2010).<\/P>
In dieselbe Richtung weist (Hespanha et al., 2013) darauf hin, dass Flexibilität erforderlich ist hinsichtlich der Art der Aufzeichnung, der verwendeten räumlichen Einheiten, der Einbeziehung von customary und informellen Rechten sowie der Datenerfassungsmethoden und der Genauigkeit der Grenzziehung. Es ist weniger wichtig genaue Karten zu erstellen. Wichtiger ist es eine vollständige Katasterindexkarte zu haben und zu wissen wie genau die Karte ist.<\/P>
In diesem Zusammenhang entwickelt UN-HABITAT eine Initiative zur Unterstützung pro-poor Landverwaltung: Das Social Tenure Domain Model (STDM).<\/P>
Denn wie (Augustinus, 2010a) feststellt sind derzeit die meisten armen Menschen nicht durch ein Land Administration System und dessen verbundenes Landinformationsmanagementsystem abgedeckt. Das bedeutet sie profitieren nicht von diesen Systemen hinsichtlich Besitzsicherheit, Planung und Dienstleistungserbringung, Slum-Aufwertung, Streitbeilegung usw. STDM würde es einem Land und/oder einer lokalen Regierung ermöglichen großflächig vorzugehen und einkommensschwache Menschen in ihre Informationssysteme und ihre Landbereitstellungsansätze einzubeziehen. Dies hätte direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität der Armen und auf die Armutsminderung. Es hätte auch direkte Auswirkungen auf die Stabilisierung und Governance von Städten auch durch die Stärkung der Armen. Denn es ist nicht möglich nachhaltige Städte zu schaffen wenn die Armen nicht Teil der Lösung sind.<\/P>
Tatsächlich ist STDM eine ‚Spezialisierung‘ von LADM, das heißt strukturell ist es etwas weniger komplex als LADM aber es enthält fast dieselbe Funktionalität wie LADM unter anderer Terminologie. STDM ist speziell für Entwicklungsländer gedacht, Länder mit sehr geringer Katasterabdeckung in städtischen Gebieten mit Slums oder in ländlichen customary Gebieten. Es ist auch für Post-Konflikt-Gebiete gedacht. Der Fokus von STDM liegt auf allen Beziehungen zwischen Menschen und Land unabhängig vom Formalisierungsgrad oder der Legalität dieser Beziehungen (Lemmen, 2010).<\/P>
Darüber hinaus zeigt die Arbeit in (Paasch et al., 2013), dass es möglich ist das Land Administration Domain Model LADM und seine Code-Listen mithilfe des Legal Cadastral Domain Model LCDM und des Social Tenure Domain Model STDM zu erweitern um nicht-formale Rechte, Beschränkungen und Verantwortlichkeiten beschreiben zu können. Die Autoren empfehlen weitere Forschung zu diesem Thema.<\/P>
Im Einklang mit den vorherigen Argumenten stellt (Hespanha et al., 2013) fest dass LADM ein generisches Datenmodell für Landverwaltung basierend auf gemeinsamen Grundlagen bereitstellt. Es kann in sogenannten informellen und customary Umgebungen verwendet werden. Dies bietet eine Basis um das Modell anzuwenden zur Unterstützung gleicher Landrechte für alle. Zur Unterstützung bei der Vermeidung von land grabbing durch schnelles Kartieren der bestehenden Situation mit unkonventionellen Ansätzen wie Punktkatasterkarten Satellitenbildern Grenzzeichnungen statt Messungen mit partizipativen Ansätzen Fehlerakzeptanz mit dem Ziel später Qualität zu verbessern. Mit seiner breiten Funktionalität kann LADM bei der Entwicklung von Konzepten für Landverwaltungssysteme unterstützen welche mehrere Arten von tenure verwalten können. Dies gilt auch für das Social Tenure Domain Model (STDM).<\/P>
2.1.7. Solutions for Open Land Administration (SOLA)<\/P>
Zur Unterstützung der oben genannten Themen bezüglich computerisierter Kataster- und Registrierungssysteme in Entwicklungsländern wurde Mitte 2010 das Projekt Solutions for Open Land Administration (SOLA) gestartet.<\/P>
SOLA ist ein Open Source Software-System mit dem Ziel computerisierte Kataster- und Registrierungssysteme in Entwicklungsländern erschwinglicher und nachhaltiger zu machen. Drei Länder (Samoa Nepal und Ghana) wurden für die Pilotimplementierung der Software identifiziert (FAO ,2013 ).<\/P>
Laut FIG/FAO Broschüre (FIG and FAO ,2010 ) haben sich die Kosten proprietärer Softwarelizenzen als Einschränkung erwiesen aber noch mehr hat das Fehlen von Kapazitäten Modellen und Unterstützung zur Softwareentwicklung Initiativen gestoppt . Open-Source-Software welche eine glaubwürdige Alternative zu proprietärer Software geworden ist bietet einen Weg nach vorne . Open-Source-Lösungen sind flexibler und besser an lokale Bedingungen und Sprachen anpassbar als proprietäre Software . Durch Nutzung und Verbesserung von Open-Source-Software können Kataster lokales Wissen aufbauen und zur Entwicklung von Open-Source-Projekten beitragen welche wiederum anderen Katastern weltweit zugutekommen können .<\/P>
Abschließend möchte ich darauf hinweisen dass es bereits möglich ist mit der Installation der SOLA Release Candidate Web Start Anwendungen fortzufahren sowie die Entwicklungswerkzeuge für SOLA zu installieren und zu konfigurieren , mit die Unterstützung des SOLA Developer Setup Bundle (FAO, 2013).<\/P>
2.1.8. Crowdsourcing von Landverwaltungsinformationen<\/P>
Laut (Mclaren, 2009) beschleunigen die einfache und zunehmende Nutzung von GPS zur Datenerfassung, die Einführung von Datenstandards, die Verfügbarkeit von Web 2.0-Tools und die Effizienz von Mashups zur Verwaltung und Verteilung der Informationen das Wachstum von Crowdsourcing und verteiltem Bürger-Sensing.<\/P>
In diesem Zusammenhang wird Crowdsourcing in mehreren Ländern Europas und Zentralasiens genutzt, um das öffentliche Vertrauen in Landverwaltungsaufzeichnungen zu verbessern. Landaufzeichnungen sind jetzt über das Internet verfügbar und Bürger werden ermutigt, Unstimmigkeiten zu melden, damit diese korrigiert werden können (Tonchovska et al., 2014).<\/P>
Die Herausforderung für Landfachleute besteht jedoch nicht nur darin, Elemente ihrer aktuellen Dienstleistungen mittels Crowdsourcing zu replizieren, sondern auch darin, radikal zu überdenken, wie Landverwaltungsdienste in Partnerschaft mit den Bürgern verwaltet und bereitgestellt werden. Landverwaltung durch die Menschen kann ein deutliches Phänomen des 21. Jahrhunderts werden (Mclaren, 2011).<\/P>
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PS: Dieser Text ist einem Auszug meiner Masterarbeit in GIS und Science entnommen (veröffentlicht bei