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Crowdsourcing mit Esri Technologie

Blog Post created by s.weinbergeresri-de-esridist Employee on Oct 12, 2015

ESRI bietet Möglichkeiten, sich des Themas Crowdsourcing durch unterschiedliche Anwendungen anzunehmen. Im Branchenteam Natur, Umwelt & Ressourcen haben wir am Beispiel des Einsatzbereiches Vogelbeobachtung den Web AppBuilder for ArcGIS, das AppStudio for ArcGIS (Beta) und die neu erschienenen App Templates Crowdsource Reporter und Crowdsource Manager getestet. Der folgende Überblick soll aufzeigen, auf welche Weise sich die genannten Anwendungen zum Crowdsourcing konfigurieren lassen. Ausgangslage sind jeweils ein editierbarer Feature-Layer und eine Hintergrundkarte in ArcGIS Online.

 

Web AppBuilder for ArcGIS:

Eine Anwendung aus Basis des Web AppBuilders for ArcGIS bietet vielfältige Möglichkeiten sowohl zur Beobachtungsaufnahme als auch zur Darstellung der Ergebnisse. Die folgenden Abbildungen visualisieren den aktuellen Stand der Oberfläche zur Berichterstattung.

 

                                                  Abbildung 1

 

Durch eine Legende, Pop-Ups und die Attributtabelle werden die einzelnen Features näher beschrieben (Abbildung 1). Weiterhin gibt es die Möglichkeit, verschiedene Grundkarten einzubinden und die Features über konfigurierte Analysefunktionen weiterzuverarbeiten ( Abbildung 2).

 

                                             Abbildung 2

 

Bei der Datenaufnahme kann sich der Benutzer über GPS lokalisieren lassen, die Adresseingabe nutzen oder manuell einen Standort zur Karte hinzufügen. Die Hauptfunktion, die Berichterstattung, erfolgt über das Widget Bearbeiten (Abbildung 3). Über den Layer können in der Geodatabase vordefinierte (Domains) Felder befüllt werden und es besteht die Möglichkeit, ein Bild aufzunehmen und anzuhängen. Sobald der Layer und die Web Map freigegeben wurden, kann die Anwendung über den Web AppBuilder individuell angepasst und gestaltet werden.

 

                                                     Abbildung 3

 

AppStudio for ArcGIS:

Das AppStudio for ArcGIS befindet sich aktuell noch in der Beta-Version. Jedoch werden hier bereits drei Templates zur Konfiguration der App angeboten. Eines davon ist der Quick Report. Dieser lässt sich ideal für das Crowdsourcing verwenden. Über das Template kann das Erscheinungsbild der App konfiguriert werden. Nach Installation der Desktop Variante (mit zugehörigem AppStudio Player) kann die App abgespielt werden. Wie die folgenden Abbildungen 4 bis 7 zeigen, wird der Benutzer unkompliziert durch die App navigiert.

 

                                                         Abbildung 4 bis Abbildung 7

 

Nach Aufnahme eines Fotos gelangt der Benutzer zur Kartenansicht. Auch hier ist es möglich, sich über GPS lokalisieren zu lassen oder Features manuell an die gewünschte Position zu setzen. Anschließend erfolgt die Berichterstattung. Über den Layer ist auch hier die Eingabemaske vordefiniert und der Benutzer gelangt nach der Berichterstattung zurück zum Startbildschirm.

 

Crowdsource Reporter/ Crowdsource Manager:

Diese beiden App Templates sind seit Februar 2015 in ArcGIS Online zu finden. Sie sind speziell auf das Thema Crowdsourcing zugeschnitten. Auch hier sind ein editierbarer Layer und eine Basiskarte die grundlegenden Inhalte. Jedoch, und das unterscheidet die Anwendungen von den vorher genannten, sind diese Templates Gruppenanwendungen. Das bedeutet, dass für beide Templates eine eigene Gruppe die Voraussetzung ist. Die Kommunikation beider Anwendungen erfolgt über den gemeinsamen Feature-Layer. Daher ist es im Vorfeld wichtig, alle Attribute die sowohl für den Reporter also auch für den Manager benötigt werden, zu konfigurieren. Über verschiedene Grundkarten, Pop-Up-Konfigurationen und Abfragen lassen sich beide Anwendungen auf ihre jeweiligen Funktionen anpassen.

 

                                                Abbildung 8

 

Die Berichterstattung erfolgt über den Reporter. Wie das folgende Beispiel zeigt, gelangt der Benutzer zunächst zu einer Übersicht aller Themen, die zur Bearbeitung bereitstehen (Abbildung 8). Wählt er eines dieser Themen aus, werden ihm auch hier die bisher aufgenommenen Features angezeigt. Eine Übersichtsleiste führt dazu alle in der Karte sichtbaren Beobachtungen auf (Abbildung 9).

 

                                                  Abbildung 9

 

Über den Button Submit a report gelangt man zur Datenaufnahme. Auch hier werden die editierbaren Attribute aufgelistet und es ist möglich,
Bilder zur Beobachtung hinzuzufügen. Die Positionierung erfolgt in der Bearbeitungskarte, wieder über GPS, Adresseneingabe oder manuelle Verortung in der Karte (Abbildung 10).

 

                                                 Abbildung 10

 

In diesem Beispiel wird die Beobachtung nicht sofort im Map Viewer der Applikation dargestellt. Dafür ist der Crowdsource Manager verantwortlich. Der Manager dient zur Kontrolle der im Reporter aufgenommenen Beobachtungen. Über eine im Vorfeld formulierte Abfrage werden dem Benutzer nur die Beobachtungen aufgelistet, die bereits unter Nutzung des Managers kontrolliert wurden. Wie die nachfolgende Abbildung 11 zeigt, kann in der Spalte Status ein Experte oder Kontrolleur entscheiden, ob die Beobachtung korrekt oder falsch ist oder noch bearbeitet werden muss. So spielen die beiden Anwendungen zusammen und es ist eine Kontrollmöglichkeit der Beobachtungsdaten gegeben.

 

                                                   Abbildung 11

 

Fazit:

Das AppStudio und die Crowdsourcing Templates sind noch sehr neu und haben einiges an Entwicklungspotenzial, gerade was individuelle Visualisierungsmöglichkeiten und Funktionalitätsumfang angeht. Sie sind ideal auf das Crowdsourcing zugeschnitten. Eine einfache und benutzerfreundliche Erfassung lassen Beobachtungen sehr schnell aufnehmen und der Benutzer profitiert von der übersichtlichen Oberfläche. Über den Crowdsource Manager lassen sich die Daten sofort kontrollieren und einer Veröffentlichung der Features steht nichts mehr im Wege.

Die Anwendung aus Basis des Web AppBuilders bietet von allem etwas. Sowohl die Aufnahme als auch die anschließende Interpretation oder Analyse lassen sich in einer einzigen Anwendung realisieren. Verlinkungen können ebenfalls eingebaut werden, sodass auf andere Apps oder Webseiten verwiesen werden kann. Der große Funktionalitätsumfang kann aber auch vom eigentlichen Zweck der App ablenken. Die Berichterstattung fällt im Vergleich zu den Crowdsourcing Templates etwas in den Hintergrund. Zur Kontrolle der Aufnahmen gibt es hier keinen eigenen Dialog.

Fazit: Alle drei Anwendungen eignen sich zum Crowdsourcing. Hier und da könnten noch Verbesserungen vorgenommen werden, bevor die Apps für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Welche der Anwendungen sich am Ende am besten eignet, hängt wie so oft von den Wünschen der Anwender ab.

 

Vielen Dank an unsere Praktikantin Anne Thieme, die das Thema Crowdsourcing im Rahmen ihres Praktikums bei der Esri Deutschland GmbH bearbeitet und dazu auch ihre Bachelor Thesis schreiben wird.

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